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Freitag 30 September 2016, San Girolamo
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Tomba di Giulietta

Zur Geschichte. Trotz des antiken Ursprungs des Ortes, an dem sie sich befindet ( ein ehemaliges Kapuzinerkloster aus dem XIII. Jahrhundert), geht das Grabmal, so wie wir es heute kennen, lediglich auf das Jahr 1937 zurück. In jenem Jahr beschloss der damalige Leiter der Veroneser Museen Antonio Avena, dem Ort, der als Grabstätte der Heldin aus Shakespeares Tragödie identifiziert worden war, eine neue Gestalt zu geben. Im Garten des ehemaligen Klosters stand seit Jahrzehnten, vielleicht sogar seit Jahrhunderten, ein antiker Sarkophag aus rotem Marmor.
Dieses vollkommen leere, unbedeckte Grabmal war schon Anfang des XIX. Jahrhunderts als Bestattungsstätte der reizenden Julia genannt worden. Ein weiteres wichtiges Ereignis gab schliesslich den Ausschlag für die Umgestaltung des Ortes, der Julias Grabmal beherbergte: eine Troupe von Metro-Goldwyn-Mayer war nach Verona gekommen, auf der Suche nach den idealen Szenenbildern für ihren neuen Kolossalstreifen, Romeo und Julia. Der Film (Hauptdarsteller Norma Shearer und Leslie Howard), wurde nicht in Verona gedreht: doch der ausserordentliche Erfolg dieses Kinowerkes muss Avena wohl dazu verleitet haben, mit einem baldigen beträchtlichen Strom von Touristen nach Verona zu rechnen, alle auf der Suche nach den im Film beschriebenen Orten.
Nun war jedoch die Schlußszene des doppelten Selbstmordes nicht in ein Kloster, sondern in eine Krypta versetzt worden: diese Szenenwahl brachte die Museumsleitung wahrscheinlich zu der Entscheidung, den Sarkophag in ein faszinierenderes Umfeld zu versetzen.
Heute werden bei Julias Grabstätte standesamtliche Trauungen zelebriert: zahlreiche Paare aus dem Ausland kommen her, um ihren Liebestraum an dem Ort zu krönen, der für Romeo und Julia das Ende ihrer grossen Leidenschaft bedeutete.
In der von hohen gotischen Fenstern erhellten Vorhalle fordert das leere Grabmal seinen romantischen Tribut von den Besuchern: eine besondere Tradition wurde ins Leben gerufen.
Man kann Liebesbotschaften ganz einfach an “Giulietta, Verona” schicken. Ein ganzes Team von Sekretärinnen kümmert sich um den Empfang und die Beantwortung dieser Mitteilungen. Wie dem auch sei, … Julias Geschichte ist eine Legende, doch der Liebeskummer, der Männer und Frauen in jedem Kontinent peinigt, ist so alt wie die Welt.
Quelle: Notiziario BPV numero 2 anno 1995

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Führer: Verona.