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Sonntag 25 September 2016, Sant'Aurelia
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Piazza dei Signori

Zur Geschichte. Trotz der unmittelbaren Nähe zum antiken Forum weist die Piazza dei Signori, später Piazza delle Erbe genannt, keine Spuren der römischen Epoche auf.
Um die Geschichte dieses Platzes zu verfolgen, muss man von der Skaligerherrschaft ausgehen, wobei allerdings berücksichtigt werden sollte, dass auf dem Platz bereits der Palazzo del Comune und die Domus Nova bestanden. Ende des XIII. Jahhrunderts hatte die Piazza, die sich damals Platea Domini Vicarii nannte, nicht die jetzige rechteckige Form; es fehlten der heutige Palazzo dei Tribunali (das Gerichtsgebäude) und der Palazzo del Governo (das Regierungsgebäude).

Monumente. Die Piazza dei Signori ist von Bauten und Monumenten von grosser historischer und architektonischer Bedeutung umgeben. Zu den wichtigsten Monumenten (Palazzo del Comune, Loggia del Consiglio, Palazzo del Governo) sei auf die ausführliche Beschreibung auf den folgenden Seiten verwiesen.

La casa della pietà - Auf derselben Seite der Loggia del Consiglio, hinter dem Bogen von Via delle Fogge, steht ein äusserst schlichtes Haus, das 1407 einem Notar gehörte.
Man erzählt, dass der gesamte Häuserblock im Jahre 1408 an den Adligen Galasso Pio da Carpi verkauft wurde, doch 1490 ist endgültig die Rede von dem Haus als Casa della Pietà.
Möglicherweise wurden in jenen Jahren Umbaumassnahmen durchgeführt und die Fassade erhielt ihren schlichten Stil der ‘Rinascenza’. Auffällig ist das interessante Basrelief an der Fassade, mit der Abbildung einer sitzenden Frau, die in ihren Händen eine Fahne hält mit der Aufschrift : Fide et Charitate in aeternum non deficiam. Die Frau versinnbildlicht die Stadt Verona, die sich gelassen im Schutz der Serenissima ausruht. Von grosser Bedeutung ist das Café, das älteste Kaffeehaus von Verona, das nach der Errichtung des dem Dichter gewidmeten Monument im Jahre 1863 mit dem Namen “Dante” versehen wird. Hier kamen Freiberufler, Literaten, Künstler und Politiker, darunter insbesondere Senioren zusammen, die als echte “parlamentini” über Politik und Kunst diskutierten und , vor allem, über Gott und die Welt herzogen.

Die ‘Archi’ – Der Palazzo del Consiglio war noch nicht vollständig beendet, als man daran dachte, auf dem Bogen am Eingang zur Via delle Fogge ein Standbild anzubringen. Man entschied sich für S. Zenone, den Schutzpatron der Stadt, und der entsprechende Auftrag wurde einem gewissen «magistro Angelo lapicida» erteilt. Dann komplizierten sich die Dinge allerdings: auf dem Bogen wurde 1559 neben der Statue von S. Zenone das Standbild von Girolamo Fracastoro errichtet.
Der bedeutende Arzt, Dichter und Sternforscher ist wie ein Römer gekleidet und hält eine Weltkugel in der Hand, die augenblicklich die spitzfindige Fantasie des Volkes herausforderte: es hiess, dass Fracastoro diese Kugel auf den ersten Ehrenmann fallengelassen hätte, der unter dem Bogen passiert wäre, doch die Kugel ist heute noch da...
Im Jahre 1756 wurde die Statue von Scipione Maffei auf dem sogenannten Barbarenbogen angebracht.
Erst 1925 wurden beide Standbilder ersetzt, durch die Statue des Historikers und Theologen Enrico Noris (1613-1704) und die des Historikers und Archäologen Onofrio Panvinio (1529-1568).
Der Bogen über Via Dante geht auf das Jahr 1575 zurück und wurde von den Rektoren Nicolò Barbarigo und Luigi Contarini errichtet, um die direkte Passage zwischen dem Palazzo della Ragione und dem Palazzo del Capitano zu ermöglichen.
Der letzte Bogen in Richtung Via S. Maria Antica vereinte schliesslich den Kapitänspalast mit dem Bügermeisterpalast.
Auf diesem Bogen errichteten die Venetier (vielleicht Anfang des XVIII. Jahrhunderts) einen einstöckigen Bau, der einen direkten internen Durchgang zwischen den beiden Palästen darstellte, während diese Struktur aussen mit einer Art Balkon versehen war, der den Palazzo del Podestà über die gesamte Länge der auf die Piazza ausgerichtete Fassade mit dem Palazzo del Capitano bei dem Costabogen verband.

Das Dante-Monument - Im Jahre 1865 feierte man das sechste Zentenar der Geburt des berühmten Dichters und ganz Italien wollte diesem Event mit feierlichen Veranstaltungen Tribut zeugen. Auf Initiative der Akademie für Landwirtschaft und der Gesellschaft Società Belle Arti, mit der Beteiligung des Gemeinderates, wurde beschlossen, ein Dante-Standbild auf der Piazza dei Signori vor dem Skaligerpalast zu errichten, der den Ghibellin fuggiasco beherbergte. Am 6. Oktober 1863 wurde die Ausschreibung für den Entwurf erlassen. Einzige Bedingungen: die Statue aus weissem Carraramarmor zweiter Wahl sollte drei Meter hoch sein und einen Sockel haben, und die Figur, mit dem Rücken gegen Via delle Fogge gewandt, müsste das Haupt leicht nach links geneigt in Richtung des Skaligerpalastes der Gerichte aufweisen. Später hiess es, man wollte, dass der Poet seinen Blick auf das freie Italien richten sollte.
Als Sieger ging ein junger Mann von 27 Jahren aus dem Wettbewerb hervor, Ugo Zannoni, der als Künstler vollkommen unbekannt war. Die Statue wurde am frühren Morgen des 14. Mai 1865 enthüllt, um jegliche Beteiligung der österreichischen Autoritäten an der Einweihungszeremonie zu verhindern.

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