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Samstag 24 September 2016, Beata Vergine Maria della Mercede
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Arche Scaligere

Zur Geschichte. Die Skaligergrabmale gehören zu den bedeutendsten Monumenten der Gotik in Verona.
Bereits Ende des XV. Jahrhunderts wiesen sie erste schwerwiegende Probleme der Erhaltung auf und man machte die für öffentliche Einrichtungen verantwortlichen Autoritäten auf diesen Umstand aufmerksam. Während eine komplette Restaurierung des Mastino-Grabmals im Jahre 1786 durchgeführt wurde, sollte man insbesondere auf das Projekt der generellen Restaurierung von 1839 hinweisen. John Ruskin zählte zu den grössten Bewunderern dieser Bauwerke und wies vor allem auf die ausserordentliche Sorgfalt in der Gestaltung hin, die die Skaligerbauherren diesen Grabmalen gewidmet hatten, eine Sorgfalt, die bis dahin vor allem Kirchen vorbehalten war, und in diesem Fall nicht Grabstätten von Heiligen betraf, sondern fast eine Art “Residenz” ihrer Bewohner, die soeben entschlafen waren.

Architektur und Kunst. Die ‘Arche’ aus dem XVI. Jahrhundert sind das Werk verschiedener Bildhauer, und man kann vor allem zwei aufeinanderfolgende Baumassnahmen hervorheben.
Direkt an der Kirchenmauer befindet sich die Grabstätte von Mastino I. Die Form des Sarkophags ist schlicht: der Deckel aus zwei Walmflächen mit vier Stirnziegeln erinnert an die von den Römern realisierte Gestaltung. Weiter vorn, freistehend, findet man das Grabmal von Alberto I. Der Sarkophag ist reich bemalt und ähnelt in der architektonischen Ausführung dem Grabmal von Mastino I. Die Stirnziegel sind mit Symbolen der Evangelisten und Figuren von Patriarchen verziert. Der Deckel weist zarte Dekore auf, die das kaiserliche Wappen, eingerahmt von zwei Skaligerwappen, besonders hervorheben. Die drei schlichten Grabstätten nahe der Aussenmauer der Umzäunung gehören wahrscheinlich Bartolomeo I., Cangrande II. und, die dritte, entweder Bartolomeo II. oder Bailardo Nogarola.
Über dem Seitenportal von S. Maria Antica erhebt sich das prächtige Mausoleum von Cangrande I., der am 22. Juni 1329 verstarb. Der Sarkophag wird von vier Hundesymbolfiguren getragen, die das Wappen der Skaliger halten. An der vorderen Fassade lassen sich drei kleine Statuen erkennen, während an der rückseitigen Fassade das von der Skaligermauern umschlossene Verona abgebildet ist. Der Deckel des Sarkophags wird von der liegenden Statue von Cangrande beherrscht. Vier Säulen tragen den Baldachin, der sich pyramidenförmig nach oben erstreckt und von der herrlichen Reiterstatue gekrönt wird.
Im zweiten umzäunten Bereich gelangt man zur Grabstätte von Mastino II. Der Sarkophag ruht auf vier Pilastern und Mastino II. ist mit einem abgezehrten, von einem Bart bedeckten Antlitz abgebildet. Der Sarkophag weist noch Spuren antiker Farben auf. Vier schlanke Fialen bilden zwischen den Tympanumelementen eine Kröne zur zentralen Fiale, auf der sich das Reiterstandbild des Adelsmannes erhebt, der vollkommen in seine Rüstung gekleidet und mit Gesichtsschutz dargestellt ist. Das letzte Grabmal , von Cansignorio, ist reichhaltiger gestaltet als die übrigen, doch von wesentlich geringerem künstlerischen Wert.
Der Sarkophag ruht auf kleinen Platten, die an den vier Ecken durch Paare von nackten Putten ersetzt werden, die fast an den Renaissancestil erinnern. Die Urne ist mit Bildhauerdekoren geschmückt, die Geschichten aus dem Evangelium wiedergeben.
Am unteren Rand auf der Ostseite ist die Namenszeichnung des Autoren dieses Mausoleums eingetragen: Bonino da Campione.
1831 wurde das Grabmal von Giovanni della Scala in diese Skaligergrabstätte überführt. Es befindet sich am Ende des Friedhofs an der Aussenmauer des Hauses neben der Kirche.

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Führer: Verona.